Kampfsport für Menschen mit Behinderung



Wir bieten unter pädagogischer Anleitung ein speziell für Menschen mit Behinderung ausgearbeitetes und mit Erfolg geprüftes Konzept an.

 

2007 haben wir hierfür eine Auszeichnung vom Deutschen Olympischen Sportbund und den Volksbanken und Raiffeisenbanken für das besondere Engagement im Bereich Integration von Menschen mit einer Behinderung im Karate-Sport erhalten, den Stern des Sports:

Stern des Sports

Selbstwertgefühl bedeutet, sich mit seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren und seine Stärken einzusetzen, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Menschen mit Behinderungen sollen lernen, die Schwächen und äußeren Schwierigkeiten als eine Herausforderung und nicht als eine unübersteigbare Grenze zu betrachten. Das Ergebnis ist Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit. Das ist die Basis für ein gesundes Selbstvertrauen.

Die Frage „
was sollen wir tun, wenn wir belästigt oder bedroht werden?“ wird häufig gestellt und soll mit diesem entwickelten Lernkurs beantwortet werden.

Darüber hinaus werden ihnen negative Erlebnisse und die damit verbundenen Ängste genommen. Die Teilnehmerinnen können im Training innerlich loslassen und ein Gruppengefühl entdecken, denn wir setzen Wert auf eine entspannte und vertrauensvolle Lernatmosphäre.

Das Training stellt sich auf die gegebenen Voraussetzungen und die kognitive Stufe der Teilnehmerinnen ein, um eine ergonomische Unterstützung, besonders für die Rollstuhlfahrerinnen um eine individuelle Hilfestellung bieten zu können.

Es werden während des Kurses verschiedene Situationen mit den Teilnehmerinnen durchgespielt, die auch in der Realität vorkommen können. Wie verhalte ich mich, wenn ich angegriffen werde, wenn mir jemand an die Tasche greift, wenn ich angeschnauzt werde, wenn mich jemand am Handgelenk wegzerrt usw.

Um die Situation bewältigen zu können, müssen die Teilnehmerinnen eine Körpersprache, Mimik, Gestik und Augenkommunikation entwickeln. Ein wichtiger Teil der Übungen ist auch das Kennenlernen ihrer Koordinations- und Motorikdefizite. Für das Training bedeutete es, eine
neue auf die Kursteilnehmerinnen zugeschnittene Sprache zu finden.

Eigene Erfahrungen

Da ich seit Jahren Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in unserem Verein (Mushin in Bad Oldesloe) und auch beruflich betreue, integriere und fördere, habe ich das Thema für meine pädagogische Abschlussarbeit verwendet.

Die Kursteilnehmerinnen wirken interessiert am Trainingsablauf mit und verfolgen diesen. So werden Wünsche, Fragen und Hemmungen ihrerseits besprochen und gelöst.

Die Teilnehmerinnen sehen nicht nur einen Gewinn in ihrer neuen Selbsteinschätzung und Selbstbestätigung der eigenen Leistung, sie fühlen sich durch die Integration in unsere gemeinsamen Trainingseinheiten, die wir in unserem Verein durchführen, doppelt bestärkt. Sie haben auch Freude daran, andere Menschen und ein neues Umfeld kennen zu lernen. Der Lernkurs bringt ihnen eine Abwechslung, so dass sie sich von der Monotonie ihres Alltags freimachen können. Zusätzlich kennen sie eine neue Sportart in einer anderen Gesellschaftsstruktur. Sie können darüber hinaus ihre Fähigkeiten schulen und weiter entwickeln.

Nach den Anfängen dieser neuen Integration und Förderung von Behinderten durch unsere Sportart kann ich eine deutliche Verbesserung des Sozialverhaltens der Teilnehmerinnen beobachten. Sie haben nicht mehr das Gefühl ausgeschlossen und diskriminiert zu werden, sondern ein fester und unersetzlicher Bestandteil der Gruppe zu sein. Die angestauten Aggressionen, die bei Menschen mit einer Behinderung nicht selten vorkommen, konnten durch die familiäre Atmosphäre des Kurses sowie durch den Sport gemildert werden.

Grandmaster Hamadi Silini